Bücher, Kunst und Trödel
Bücher, Kunst und Trödel
Petrus, bekanntlich für das Wetter verantwortlich, muss ein Orsoyer sein. Strahlend blau war der Himmel am Samstag, erst nachmittags zogen Wolken auf. Gleich an drei Orten gab’s etwas zu bestaunen: Auf dem Miriammarkt rund um den Fährmannsbrunnen, im Ratssaal des früheren Rathauses und in der Bücherei.
Den Miriammarkt, Nachfolger des Geranienmarktes der Werbegemeinschaft, hatte Heike Halbauer, die Frauenbeauftragte der Evangelischen Kirche, ins Leben gerufen.
Viele Künstlerinnen, viele Techniken
Im Rathaus eröffneten Petra Platzek und Brigitte Devers, die beiden Organisatorinnen des Kult(o)urfensters, pünktlich die Kunstausstellung. Nicht nur Gemälde, Collagen und Keramiken, auch Literatur gehörte hier zum Angebot. Heide Mischke und Birgit Beck-Kowolik hatten die Ausstellung organisiert. „Viele Künstlerinnen, viele Techniken“ umschrieb Platzek das Spektrum der vierten Ausstellung des Kult(o)urfensters. Entstanden war sie aus der Idee, Orsoyer Künstlern eine Basis zu geben, um sich zu präsentieren. Inzwischen ist dieser Kreis so groß, dass eine Warteliste besteht. Diesmal stellte Helga Mehren ihre Acrylbilder, Monika Meurisch dazu noch Aquarelle und Airbrush aus. Dagmar Mrotzek präsentierte sich mit ihren Kohlezeichnungen. Fotocollagen und Bildverfremdung sind das Markenzeichen von Lucienne Parent-Chardome, Keramiken das von Doris Schwan. Einziger Mann im Damenkränzchen blieb Uwe Schmid mit großformatigen Fotos. „Alter Wolf“, „Indianertänze“ oder „Gestern“ hießen die Gedichte in den Lesungen von Beate Sorge und Birgit Stieler. Um Geschriebenes ging es auf ein paar Meter weiter: Der Verein LeseLust hatte zum Bücherflohmarkt geladen. „Nehmen Sie, was sie wollen, geben Sie, was sie wollen“, gab Michaele Damschen als Motto aus. Hunderte Bücher, CDs und Spiele füllten die Tische.
Draußen vor der Kirche war indes jeder Meter vergeben. „80 Meter Stände für den Miriammarkt“, verriet Heike Halbauer. „Miriam ist als Prophetin im Alten Testament eine starke Frau“, lächelte sie. „Auf dem Markt können starke Frauen zeigen, was sie können.“ Wer Lust auf etwas Herzhaftes hatte, war bei Ilona Friedmann und ihrem badischen Flammkuchen richtig. „Der mit Käse überbackene ist der Renner“, lachte sie. Und wo noch Platz war, präsentierten sich die Kleinen, Kindertrödel gab es reichlich. Aber auch Bastian und Pascal hätten sich gefreut, wenn etwas mehr Besucher gekommen wären.
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