
Hobby-Imker produziert Orsoyer Honig
„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", wusste schon Albert Einstein. In aller Kürze soll das heißen: Keine Biene, keine Bestäubung, keine Pflanze, kein Tier, kein Mensch mehr. Ob er damit Recht hat? Wer weiß.
Zumindest sollten die gelb-schwarzen Flieger, die sich dann und wann an der Kaffeetafel im Garten blicken lassen, mit anderen Augen gesehen werden. So zum Beispiel wie es auch Franz Josef Stoppa tut. Der Orsoyer ist seit zwei Jahren Hobby-Imker und hat daher einen ganz anderen Blick auf die fleißigen Sammlerinnen. Für ihn geht es bei der Bienenzucht weniger um den Honig, als viel mehr um aktiven Umwelt- und Naturschutz.
So herrscht im hinteren Teil seines Gartens reger Flugverkehr. Ein gewaltiges Summen und Brummen ist zu hören. Unentwegt schwirren die Arbeiterinnen aus, um wenig später mit dicken Pollenpäckchen an den Hinterbeinen zurückzukehren.
Das Leben ist kein Honigschlecken
„Wenn ich von der Arbeit komme, schaue ich erst einmal dem munteren Treiben zu. Das entspannt", so Stoppa. Für ein Glas Honig müssen seine Bienen das Dreifache an Nektar produzieren und mehr als drei Millionen Blüten besuchen. Kein Honigschlecken also, so ein Leben als Biene. Maja und Co. müssen mächtig schuften: als Putzfrau, Amme, Wachsproduzentin, Maurerin, Wächterin und Transportfliegerin. – um dann nur 35 bis 40 Tagen zu sterben.
Bedenken gab es anfangs in der Nachbarschaft bezüglich des neuen Hobbys des Orsoyers, der über seine Schwiegermutter zum Imkern gekommen ist. „Doch die haben sich schnell zerschlagen, als ich die ersten Gläser Honig verteilt habe", erklärt Stoppa.
Seine Arbeiterinnen legen, um zu den Blüten zu gelangen, schon einmal fünf bis sechs Kilometer zurück. Gleich hinter dem Garten Stoppas werden sie an Akazienbäumen fündig, die sich gleich am Bahndamm befinden. Rapshonig hat der Imker ebenfalls im Angebot. Um noch weitere Variationen seines Orsoyer Honigs im Angebot zu haben, hat er einige Völker aus seinem heimischen Garten ausgelagert und im Binsheimer Feld platziert.
Die Neffen helfen mit
Elf Völker, die jeweils aus bis zu 40.000 Bienen bestehen, nennt Stoppa sein Eigen. Zusammen mit seinen Neffen Ken und Tom kümmert er sich um die fleißigen Fliegerinnen. Bienenstiche sind da oft inklusive. Um aber alles in Grenzen zu halten, werden die Damen in der blütenarmen Zeit mit Zuckerwasser bei Laune gehalten.Die hatten es ohnehin sehr schwer. Vor allem der harte Winter war verlustreich. „Mir sind einige Völker eingegangen", so Stoppa. Zudem machen immer wieder Milben den Bienen das Leben schwer.
So hofft der Hobby-Imker auf die nächste Blütezeit, in der seine Bienen wieder ausschwärmen können. Auch die Orsoyer selbst können etwas tun, damit sich die flotten Fliegerinnen weiterhin wohlfühlen und für die süße Leckerei für das Frühstücksbrot „made in Orsoy" sorgen können. „Am besten, es werden in nächster Zeit viele heimische Obstbäume gepflanzt", sagt Stoppa.