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Mutmaßlicher IS-Kämpfer in Rheinberger Einrichtung festgenommen

Libanese in Untersuchungshaft: Tarik A. hat zuletzt in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung in Orsoy gelebt.
Ein junger Libanese sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft, weil er sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben soll. Der 19-Jährige ist am Mittwoch in einer Flüchtlingsunterkunft in Rheinberg-Orsoy festgenommen worden. Von Uwe Plien

Die Polizei hat am Mittwoch einen Bewohner der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) in Rheinberg-Orsoy festgenommen. Dabei soll es sich um den 19-jährigen Libanesen Tarik A. handeln. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, hat sie am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den Mann erwirkt. Tarik A. wurde bereits am Donnerstag nach Karlsruhe überstellt.

In dem Haftbefehl sei im Wesentlichen folgender Sachverhalt dargelegt worden: Der Beschuldigte schloss sich 2015 in Syrien dem sogenannten Islamischen Staat an. Er erhielt eine militärische Ausbildung und kämpfte in der Folge im Irak für die Terrororganisation. Verletzungsbedingt kehrte er Ende November 2015 nach Syrien zurück und erlernte dort im Dezember 2015 die Herstellung von Sprengstoffen. Im Januar 2016 verließ Tarik A. Syrien und reiste in die Bundesrepublik Deutschland. Was er dort wollte, wurde nicht mitgeteilt. Von etwaigen Anschlagsplänen war keine Rede.

Erst in der vergangenen Woche hatte es eine Informationsveranstaltung zur ZUE im "Alten Zollhaus" in Orsoy gegeben. Dort hatte Erwin van Alst, pensionierter Kriminalbeamter und Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf, auf die grundsätzlicher Gefahr krimineller Flüchtlinge hingewiesen. Selbstverständlich, so sagte der Mitarbeiter, gebe es unter den vielen Flüchtlingen auch kriminelle. Er sei in mehreren Einrichtungen dafür da, sich mit "Störern" auseinanderzusetzen. Van Elst nahm den Besuchern allerdings auch Ängste: Der weitaus größte Teil der Flüchtlinge sei nicht kriminell.

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